hof marienhoehe vor der uebernahmehof marienhoehe vom sandbergGeschichte

Am 1. Januar 1928 übernahm der junge Landwirt Dr. Erhard Bartsch die Bewirtschaftung der Marienhöhe um zu beweisen, dass die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise basierend auf den 1924 in Koberwitz bei Breslau gehaltenen Vorträgen Dr. Rudolf Steiners auch hier umsetzbar sein würde. Bis dahin hatten auf dem ärmlichen Vorwerk des Rittergutes Saarow-Pieskow die extrem ungünstigen Boden- und Wasserverhältnisse jeglichen Versuch landwirtschaftlicher Nutzung nach kurzer Zeit zum Erliegen gebracht.

Dank der Begeisterungskraft Bartschs und seiner großen landschaftsgestalterischen und ackerbaulichen Fähigkeiten gelang in den folgenden Jahren der Aufbau eines Versuchsgutes mit starker fachlicher Ausstrahlung.

Nach schweren Zerstörungen am Ende des 2. Weltkriegs, die mit dem Verlust der männlichen Arbeitskräfte, des Viehbestandes und von zwei Dritteln der Wirtschaftsgebäude einhergingen, war der Wiederaufbau denkbar schwer.

Bartsch erwarb die österreichische Staatsbürgerschaft und übersiedelte 1950 dorthin. Die verbleibenden Mitarbeiter führten die Bewirtschaftung in seinem Sinne fort.

 

 

 

Als österreichischer Besitz wurde die Marienhöhe nicht enteignet. Das bis 1967 geforderte Abgabesoll, eine nach Betriebsgröße berechnete Zwangsabgabe, die bei Nichterfüllung zur Zwangskollektivierung führte, hätte jedoch ohne Hilfe von Freunden und des Schicksals wohl das Aus für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise auf Marienhöhe bedeutet.

Im Zuge einer Agrarpreisreform zu Beginn der achtziger Jahre entspannte sich die wirtschaftliche Situation etwas.

1991 schenkten Bartschs Erben die Marienhöhe dem eigens dazu gegründeten Verein „Marienhöhe, Gemeinnütziger Verein für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, Kulturarbeit und Sozialtherapie auf dem Lande e.V.“, der die Flächen an die Hofgemeinschaft Marienhöhe verpachtete. Damit entsprachen sie Bartschs Überzeugung, dass grundsätzlich Land kein Privateigentum sein dürfe, und stellten für die Zukunft sicher, dass der Hof jeweils denjenigen Menschen zur Verfügung steht, die ihn nach biologisch-dynamischen Grundsätzen bewirtschaften.

In den folgenden Jahren konnten Wald und Acker zusätzlich erworben werden um eine Abrundung der Flächen zu erreichen. Eine umfangreiche Verarbeitung und Direktvermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurden aufgebaut. Viele der Wirtschaftsgebäude wurden saniert bzw. neu errichtet.

Auf und von dem Hof lebt heute eine Gruppe Menschen aller Altersstufen.

Lehrlinge, Praktikanten und Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres bereichern die Gemeinschaft mit ihrer tätigen Anwesenheit.

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